Praktikum

SchülerInnen und Studierende können im Büro von Florian Wahl ein Praktikum ableisten und die Arbeit eines Landtagsabgeordneten kennenlernen. Anfragen und Bewerbungen richten Sie bitte an das Bürgerbüro in Böblingen.


Hier ein Erfahrungsbericht von Korbinian Holder vom Juni 2012

In der 10. Klasse der Freien Waldorfschule ist es üblich ein Berufspraktikum zu absolvieren. Da ich mich schon immer am politischen Leben interessierte, war ich mir sicher, dass ich etwas in diese Richtung machen wollte. Und wie es der Zufall so wollte, besuchten wir im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts den Landtag von Baden-Württemberg und erhielten eine Führung durch Flo. Er machte am Schluss seiner Ausführungen an alle das Angebot eines Praktikums. Daraufhin sprach ich ihn direkt auf ein Praktikum an. Ich schickte ihm meine Bewerbungsunterlagen und kurz darauf bekam ich eine Zusage. Es vergingen 4 Monate bis zum Beginn des Praktikums. Am 4. Juni stand ich vor der Tür des Bürgerbüros in Böblingen. In der ersten Woche arbeitete ich ausschließlich im Wahlkreisbüro. Neben einigen kleinen, aber verantwortungsvollen Aufgaben, wurde mir ein ganz bestimmtes Projekt übertragen. Das Projekt nennt sich „Junger Rat für Flo“ und soll demnächst ins Leben gerufen werden. Es geht um die Einbindung junger Menschen in unsere Demokratie und das tägliche Politikgeschehen. Ich bekam die Aufgabe, dieses Projekt zu organisieren, vorzubereiten und später noch zu begleiten. Das heißt, Briefe an die Ortsvereinsvorsitzenden, Bürgermeister und Schulleiter zu schreiben, Bewerbungsformulare zu entwerfen, ein Logo zu kreieren und eine Infobroschüre zu erstellen, um die komplexen Zusammenhänge des Projekts zu erklären. Ich freute mich sehr über das Vertrauen, das Flo und sein Team mir schenkten, indem sie mir dieses Projekt anvertrauten. Mir machte es viel Spaß, an diesem Paradebeispiel für gelebte Bürgerbeteiligung mitgearbeitet haben zu dürfen.
Doch eine der interessantesten Erfahrungen meines Praktikums möchte ich kurz schildern: Schüler eines Gymnasiums im Landkreis schrieben unzählige Briefe an Flo um ihm mitzuteilen, dass sie sich gegen die Zwangsversetzung einer ihrer Lehrerinnen wehrte. Flo setze sich nun für diese Schüler ein. Er schrieb einen Brief an jedes Kind und machte deutlich, dass er es für richtig und wichtig halte, dass die Kinder auf ihre Probleme aufmerksam machen. Außerdem kündigte er an sich persönlich dafür einzusetzen, dass diese Lehrerin an der Schule bleiben könne. Er schrieb einen Brief an die Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer, in dem er den Verbleib der Lehrerin forderte. Dies machte mir klar, dass Politiker nicht nur reden, sondern auch konkrete Schritte zur Verbesserung der Lage einleiten. Genau so soll Politik nach meinem Verständnis funktionieren.

In der zweiten Woche ging es dann dorthin, wo die Entscheidungen für unser Bundesland getroffen werden: In den Landtag von Baden-Württemberg nach Stuttgart. Dort erlebte ich sowohl den Arbeitskreis Soziales als auch den Arbeitskreis Integration und die dazugehörigen Ausschüsse. Eines der interessantesten Erlebnisse war es, eine Fraktionssitzung mitzubekommen. Denn dort sind alle Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion anwesend und es wird offen über alles Anstehende diskutiert. In meiner letzten Woche durfte ich auf der Zuschauertribüne eine Plenarsitzung miterleben. Dieses gehörte zweifelsohne zu den Highlights in meinem Praktikum.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Flo und seinem Team bedanken, dass ich diese einmalige Chance bekommen habe, drei Wochen lang den Politikbetrieb hautnah kennen zu lernen. Ich habe mich in diesen 3 Wochen rundum wohl und gut aufgehoben gefühlt. Die Eindrücke, die ich in diesen wunderbaren Wochen gesammelt habe, werde ich sicherlich nie vergessen.